DIY – Keine Angst vor Vliestapete

Es ist wieder soweit, das Haus ruft nach Fortschritt und fordert mich heraus, weiterhin motiviert zu bleiben und es mit eigenen Kräften zu renovieren.

Wenn einen Samstags morgens die innere Uhr weckt und man den Drang verspürt, auf dem Dachboden Hand anzulegen, dann sollte man keine Scheu vor der Herausforderung „Vliestapete“ zeigen!

Wieso Vliestapete?

Vliestapete is the new White ;), nein mal ehrlich, wer will heutzutage noch die hubbelige Raufasertapete in der Wohnung hängen haben? Wer wünscht sich nicht eine reine, weiße, glatte, „verputzte“ Wand? Vliestapete verkörpert nicht nur all das, sondern sie verdeckt auch Risse im Gemäuer.

Wenn eine Etage viele oder hauptsächlich Rigips Wände enthält, dann ist Bewegung im Haus vorprogrammiert und ganz normal. Sofern dann ausschließlich Glattputz aufgetragen wird, so starrt man spätestens nach wenigen Monaten auf unschöne Risse in den Winkeln der Wände. Daher haben wir uns entschieden zu tapezieren. Es ist einfach langlebiger und kaschiert Haarrisse an den Wänden und Decken.

Der geübte Hobby-Tapezierer wird jetzt sagen „Her mit der Tapete, her mit der Klebemaschine, ich lege los.“ – Pustekuchen!

Frau nehme:

  • Genügend Tapetenrollen
  • einen Handbesen zum Glattstreichen
  • einen Eimer voll Vliestapetenkleister – er sollte von der Konsistenz her wie Joghurt sein
  • einen Kleisterpinsel ca. 20cm lang
  • eine langstielige Kleisterrolle
  • ein scharfes Cutter Messer
  • ein altes Kissen (ca. 40x40cm)
  • eine ca. 3 stufige Leiter

Warum die beiden letzten Zutaten in Gebrauch genommen wurden? Weil Frau es ganz alleine gemacht hat und niemanden zum Halten oder Anreichen braucht 🙂

Zur Taktik:

Wände vorbereiten: Mit einem Handfeger und Spachtel alle Dreckreste von den Wänden entfernen und gut wegkehren. Der Boden muss sauber sein, denn wenn sich Schmutz unter der Tapete verfängt ist es wirklich nervig, diesen immer wieder hervorzuholen, um eine glatte Fläche zu kleben.

Einkleistern mit der langen Rolle: Nun wirklich gutmütig Kleister auf die Wand rollen und ebenmäßig verteilen (es sollten keine Hubbel oder Wellen aus Kleister entstehen). Das untere Viertel frei lassen. (Wichtig: Kleistereimer und Pinsel in der Nähe behalten, ebenso wie Besen und Cutter-Messer). Immer auch großzügig die Winkel an der Decke einkleistern.

DSC_1414
Einkleistern

 

Nun das Kissen mittig vor die zu klebende Bahn halb an die Wand, halb auf den Boden legen (geknickt), denn darauf positioniert man nun die schwere Tapetenrolle. Dieser Schritt ist nur notwendig, wenn man alleine arbeitet. Denn so verhindert man, dass jemand beim Halten behilflich sein muss und die Rolle weder Kleber von der Wand noch Dreck vom Boden aufnimmt, denn sie dreht sich auf dem Kissen. Direkt hinter das Kissen positioniere ich die Stufenleiter, damit die Rolle nicht vom Kissen rollt. Dann steigt man langsam auf die Leiter, greift die Tapete an ihren äußeren Zipfeln und zieht diese langsam hoch und steigt selbst immer eine Stufe höher.

Das Kleben: Immer mit ca. 5 cm Überstand an der obersten Kante der Wand beginnen zu kleben und dann  – ganz wichtig – auf Stoß kleben! Das heißt: Der Orientierungspunkt ist immer die Stoßlinie der vorangegangenen Klebebahn. Man steicht also beim Glätten immer mit der Handfläche Richtung Stoßkante (Wenn der Kleber darunter trocknet zieht sich das Material zusammen und es können unschöne Lücken zwischen zwei Bahnen entstehen, daher immer gegen die Stoßkante streichen). Nun mit dem Glättbesen die Tapete nach unten und zur Stoßkante hin glatt streichen bis zum unteren Viertel. Dann absteigen, die Leiter und das Kissen wegnehmen und mit dem Handpinsel das untere Viertel einkleistern. Sich nun auf den Boden (auf das Kissen) knien, mit dem Cutter Messer die Bahn von der Rolle trennen (keine Angst davor, schief zu schneiden – es kommen Fußleisten darüber). Zuletzt das restliche Viertel Tapete mit dem Besen auf die gut gekleisterte Wand streichen und wieder Richtung Stoß streichen.

Nun wieder auf die Leiter steigen und die oberen 5cm Überstand sauber mit dem Cutter Messer abtrennen und anschließend die geklebte Bahn mit der Silikon-Glätte-Rolle glatt rollen, sodass keine Klebe-Hubbel entstehen.

Sollte sich ein Dreckkorn unter der Bahn verfangen haben – keine Panik! – an einer Ecke die Tapete vorsichtig abziehen, Korn rausholen, etwas nachkleistern und sauber wieder glattstreichen.

Sofern man auf Steckdosen oder Lichtschalter stößt einfach normal tapezieren und dann an der entsprechenden Stelle mit dem Cutter Messer vorsichtig ein X einritzen und die Ecken aufklappen, damit kein Hohlraum an der Stelle entsteht. Nicht zu großzügig ausschneiden.

Beachte: Wenn man über eck tapeziert ist das auch mit widerspenstiger Vliestapete möglich, allerdings sollte man direkt nach dem Kleben im Winkel mit dem Cutter Messer entlangfahren, da man so die Spannung aus dem geklebten Stück nimmt und es sich nicht beim Trocknen verzieht. Später überdeckt Acryl die geschnittene Stelle.

Also Mädels, habt keine Angst vor hohen Wänden, langen Decken und Dachschrägen – jeder, der sich gut strukturieren kann und Geduld und etwas Feinmotorik besitzt, der kann mit der fiesen, kartonartigen Vliestapete jeden Raum verschönern!

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